Historie Circus Busch

1884 vom späteren Königlichen Preußischen Kommissionsrat Paul Busch (1850-1927) in Svendborg / Dänemark gegründet, nahm der Circus Busch einen rasanten Aufstieg und konnte bereits 1891 ein festes Gebäude in Hamburg eröffnen, ein Jahr später auch in Wien und schließlich 1895 in Berlin am Spreeufer gegenüber der Nationalgalerie. Der Erfolg war so groß, daß Paul Busch nach der Auflösung des Circus Renz (1897) auch dessen Gebäude in Hamburg und Breslau übernehmen konnte. Paul Busch wartete mit immer neuen Circus-Pantomimen auf, die zunächst von seiner Frau Constanze (1849-1898) und später von seiner Tochter Paula (1886-1973) geschrieben und mit großem Aufwand in Szene gesetzt wurden.
Paula Busch hatte zunächst keine artistische Laufbahn eingeschlagen, sondern Literatur und Philosophie studiert und konnte schon in jungen Jahren Erfolge als Schriftstellerin feiern. Dann trat sie aber doch an die Seite ihres Vaters, war ab 1917 Mitdirektorin und führte den Circus nach dem Tod ihres Vaters (1927) auch weiter. Anders als etwa Krone oder Sarrasani bespielte Paula Busch nur ihre festen Gebäude und ging nicht auf Tournee. Dies änderte sich erst, als die Nationalsozialisten 1934 die Schließung und 1937 den Abriß des Gebäudes in Berlin veranlaßten. 1935 erwarb Paula Busch zusammen mit dem Circus-Manager Emil Wacker
(1900-1967) den Circus Strassburger, der fortan unter alleiniger Leitung von Emil Wacker als "Zelt-Circus Busch-Berlin" auf Tournee ging. Während in der Manege Paula Buschs Tochter Micaela (1913-1967) mit ihren Pferden glänzte, führte Emil Wacker den Circus von Erfolg zu Erfolg. Auch privat wurden die schöne Schulreiterin und der junge Direktor ein Traumpaar. 1937 wurde ihr Sohn Paul Michael geboren - die vierte Generation der Circusfamilie Busch. Nach der Saison 1942 gingen die Teilhaber Paula Busch und Emil Wacker gentrennter Wege. Auch die Ehe von Micaela Busch und Emil Wacker wurde geschieden. Emil Wacker gründete daraufhin den Circus Apollo, eröffnete später eine Artistenagentur und präsentierte schließlich die riesige Circusschau "Artisten-Tiere-Attraktionen" in der Wiener Stadthalle. 

   


Nachdem die Busch-Gebäude in Hamburg und Breslau durch den Krieg zerstört worden waren und Paula Buschs Neuanfang im Berliner Zoo 1946 durch die Blockade 1948 ein Ende genommen hatte, kam es 1952 zum glanzvollen Comeback im Zelt am Berliner Funkturm. Die Berliner feierten "ihren" Circus Busch mit wochenlang ausverkauften Vorstellungen. 1953/54 unternahm Micaela Busch mit einem Zweitgeschäft eine Ostasientournee: Ceylon, Singapur, Honglkong, Philippinen. Hier wurde auch der Film "Sterne über Colombo" gedreht, in dem Paul Michael Busch als Schauspieler mitwirkte. 1962 begann die Zusammenarbeit mit dem Circus Roland von Ada und Will Aureden, eine "Circus-Ehe", die bald fünfzig Jahre dauern sollte, nie geschieden wurde und doch inzwischen auch der Vergangenheit angehört. 1971 übernahm Will Auredens langjähriger Stellvertreter Heinz Geier die Leitung des "Circus Busch-Berlin & Roland-Bremen", und auch Paul Michael Busch war im Büro, als Zeltmeister und zusammen mit seiner Tochter Paula in einer Illusionsschau mehrere Jahre dabei. Über Jahrzehnte sollte "Busch-Roland" zu den führenden europäischen Circusunternehmen gehören. Nach Heinz Geiers Tod (1994) wurde der Circus zunächst von seinem Sohn Oliver und ab 2004 von dessen Sohn Filip weitergeführt, bis es 2009 zur Insolvenz kam.
Nun aber beschloß Paul Michael Busch, die Familientradition mit einem neuen Circus fortzusetzen. 1980 war er in seine Heimatstadt Berlin zurückgekehrt und als technischer Leiter einer der Mitbegründer des Tempodroms im Tiergarten geworden. Daneben hatte er über viele Jahre eigene Varietéprogramme gestaltet, so "Der kleinste Zirkus der Welt" oder "Das Varieté der 20er". Auch war er auf dem "Traumschiff" engagiert und mit seiner "Horror-Show" seiner Zeit um Jahre voraus. 2013 startete der "Circus Paul Busch" als Lizenzgeschäft unter der Leitung von Henry Frank, 2015 ein weiteres Lizenzgeschäft, und zwar der "Circus Busch aus Berlin" unter der Leitung von Hardy Scholl. Beide sind bis heute erfolgreich unterwegs sind und spielen zur Weihnachtszeit in Magdeburg bzw. Remscheid. Doch es blieb der Wunsch, den Circus Busch auch in Berlin mit regelmäßigen Gastspielen präsent zu wissen. Um dieses Ziel zu realisieren, kam es nun zur Zusammenarbeit mit Bernhard Mario Spindler, der mit dem Circus Berolina die Berliner Circusszene des 21. Jahrhunderts wesentlich mitgeprägt hat.

Fotos 1. Reihe: Busch-Gebäude in Berlin; Micaela Busch; Paula Busch.
Fotos 2. Reihe: Micaela Busch 1937 im Wintergarten; Paula, Paul Michael u. Micaela Busch 1952 beim Comeback in Berlin, Emil Wacker.
Fotos 3. Reihe: Paul Michael Busch als Bauchredner, zusammen mit seiner Tochter Paula 1975 auf Tournee und am brennenden Seil.
 
 
   
 


Historie Circus Berolina

Entstanden aus dem 1935 gegründeten Circus Barlay, der 1948 in Berlin einen Holzbau an der Friedrichstraße erröffnen konnte, gehörte der Circus Berolina neben Aeros und (Jacob) Busch zum 1960 gegründeten VEB-Zentralzirkus (später Staatszirkus der DDR). Unvergessen sind die großen Dressurnummern wie die schwarzen Panther und Löwen von Hanno Coldam, die Eisbären von Ursula Böttcher, die Elefanten von Siegfried Gronau oder die Pferde von Günther Dorning. Auch die populäre Fernsehshow "Nacht der Prominenten" wurde bis 1990 bei Aeros, Busch und Berolina aufgezeichnet.
Nach der Wende wurde Berolina mit dem weiteren ehemaligen Staatszirkus-Betriebsteil Busch zusammengelegt. Dieser ging auf den Circus (Jacob) Busch-Nürnberg zurück und stand in keiner familiären Beziehung zur Berliner Circusfamilie Busch. So reiste 1991 erstmals ein Circus Busch-Berolina. Nach einer mißglückten Privatisierung wurde das Unternehmen allerdings bereits Anfang 1993 eingestellt.
Während der Name "Busch" schon im Sommer 1992 an den Circus Busch-Roland von Heinz Geier verkauft worden war, wurde die Berolina-Tradition ab 1995 von Katharina und Bernhard Spindler fortgesetzt. Ihr neuer Circus Berolina knüpfte mit seinen einmaligen Dressurgruppen an die Staatszirkuszeiten an. Ab 2008 wurde die Jockeyreiterei der Enkel von Katharina und Bernhard Spindler zu einem besonderen Markenzeichen des Circus Berolina und auch auf Festivals in Monte Carlo und Italien ausgezeichnet.
Heute gehen Gina und Markus Spindler mit ihrem Circus Berolina auf Tournee, während die Senior-Direktion weiterhin den Berolina-Weihnachtscircus leitet, der alljährlich auf dem Gelände des Winterquartiers in Waltersdorf bei Schönefeld stattfindet, wo in den Sommermonaten auch der Tier-Erlebnispark öffnet.
Wesentlichen Anteil an Berolinas Wiederaufstieg hatte Bernhard Spindlers ältester Sohn Bernhard Mario als Manager, Dresseur und technischer Leiter. Nun präsentiert er zusammen mit seiner Ehefrau Melanie den Circus Busch-Berolina !




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